Studienformen Bachelorstudium

Das Bachelorstudium

Wir geben dir grundlegende Informationen rund um das Bachelorstudium. Es wird die historische Entstehung des Bachelorstudiums in Deutschland und der EU betrachtet und der Aufbau des Bachelorstudiums genauer unter die Lupe genommen.

Des Weiteren werden die Credit Points im Bachelorstudium aufgeschlüsselt, die Bachelor-Abschlüsse nach Fachrichtungen sortiert und auf Vorteile und Nachteile des Bachelorstudiums eingegangen. Im Schlussteil werden Folgestudiengänge genannt und interessante Daten und Fakten zum Bachelorstudium gegeben.

Häufig gestellte Fragen

Der Bachelorabschluss ist der erste Abschluss des Bachelor-Master-Systems. Mit erfolgreichem Abschluss des Studiums erreichst du einen berufsqualifizierten Hochschulabschluss. Anschließend bist du berechtigt ein aufbauendes Masterstudium zu absolvieren.

Die Regelstudienzeit beträgt für ein Bachelorstudium normalerweise 6 Semester. Je nach Studiengang und Hochschule kann diese auch 7 Semester betragen. Außerdem kann bei Bedarf die Studienzeit verlängert werden.

Die Zulassungsvoraussetzung für den Antritt eines Bachelorstudiums wie beispielsweise ein BWL-Studium, ist der Nachweis einer Hochschulzugangsberechtigung. Diese wird durch das Abitur bzw. Fachabitur vergeben.

Bei einigen Studiengängen gilt außerdem zu beachten, dass ein so genannter Numerus clausus (NC) benötigt wird.

Üblicherweise nutzen viele Studenten beim Masterstudium die Option des berufsbegleitenden Studiums. Aber auch beim das Bachelorstudium kann als berufsbegleitendes Studium absolviert werden.

Das Bachelorstudium ist der erste Studienabschluss des Bachelor-Master-Systems. Anschließend besteht die Möglichkeit das erlangte Wissen des Bachelors, mit Hilfe eines Masterstudiums auszubauen und zu vertiefen. Das heißt das Masterstudium ist ein Aufbaustudium und setzt ein abgeschlossenes Bachelorstudium voraus.

Hintergrund zum Bachelorstudium

Bologna-Prozess: Die Schaffung des Bachelorstudiums ging aus dem Bologna-Prozess im Jahr 1999 hervor. Ziel des Bologna-Prozesses ist es, einen europäischen Hochschulraum zu schaffen mit einem vergleichbaren, kompatiblen und kohärenten Bildungssystem. Der Prozess wird aktuell in 48 Ländern ausgeführt. Die Ministerkonferenz tagt alle drei Jahre, um den Prozessfortschritt zu verfolgen. Die letzte Ministerkonferenz fand 2018 in Frankreich statt. [1] [2]

Mit dem Prozess soll zudem eine bessere Vergleichbarkeit bei den Hochschulabschlüssen, die Mobilität der Studierenden innerhalb der EU und die Bildungsqualität gefördert werden. Der Bologna-Prozess beruht auf der Strategie Europa 2020 für Wachstum und Beschäftigung innerhalb der EU. [2]

Aufbau Bachelorstudium

Zulassungsvoraussetzungen: Um ein Bachelorstudium in Deutschland zu absolvieren, wird die Hochschulreife oder Hochschulzugangsberechtigung benötigt.[3] Die Hochschulreife bzw. Hochschulzugangsberechtigung wird durch das Abitur bzw. Fachabitur vergeben. Für ausländische Schulabgänger wird ein gleichwertiges Zeugnis zum Abitur benötigt.[4]

Viele der Studiengänge sind zulassungsfrei und können mit einem erfolgreichen (Fach-)Abitur begonnen werden. Es gibt aber auch heiß begehrte Studiengänge, bei denen es mehr Interessenten als Studienplätze gibt. Ein guter Numerus clausus (NC) erhöht die Chancen, einen dieser Studienplätze zu bekommen. Der NC wird durch die Anzahl der Studienplätze im Verhältnis auf die Zahl der Bewerber berechnet und bezieht sich auf die Abiturnote. Die Bewerber mit den besten Notendurchschnitten erhalten zuerst die Studienplätze.[10]

Bundesweit zulassungsbeschränkt sind die Bachelorstudiengänge Human- und Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie.[11]

Tipp: Auf dem Onlineportal Hochschulkompass bekommst du Informationen, ob dein Wunsch-Bachelorstudium örtlich zulassungsbeschränkt oder zulassungsfrei ist.

Bildungsinstitut: Bachelorstudiengänge können an Universitäten, gleichgestellten Hochschulen und Fachhochschulen absolviert werden.[5]

Dauer Bachelorstudium: Die Regelstudienzeit beträgt für ein Vollzeit-Bachelorstudium 6-8 Semester (3-4 Jahre). Bei einem konsekutiven (aufeinanderfolgenden) Vollzeitstudium beträgt die komplette Regelstudienzeit 10 Semester (5 Jahre). [5]

Dauer Bachelorstudium

Abweichend von dieser Aufstellung ist das Duale Bachelorstudium der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Mit einem Bachelorabschluss an der DHBW werden dem Absolventen innerhalb von sechs Semestern 210 ECTS angerechnet. Der Grund liegt darin, dass ein Teil der Studienleistung während der Praxisphasen erbracht wird (Integration von theoretischen und praktischen Inhalten) und dafür zusätzliche 30 ECTS angerechnet werden.[6] Dementsprechend werden für das Masterstudium nur noch 90 ECTS benötigt.

Credit-Point-System Bachelorstudium

Grundlegend gilt:

  • Für den Bachelorabschluss sind mindestens 180 ECTS notwendig.
  • Für die Bachelorarbeit müssen mindestens 6 ECTS und dürfen maximal 12 ECTS vergütet werden.[5]

Das ECTS-System (European Credit Transfer System) macht Hochschulbildung in Europa vergleichbar und fördert die Transparenz und Anerkennung der Studienleistung. In diesem Credit-Point-System werden im Bachelorstudium die Lernergebnisse und das Arbeitspensum in Leistungspunkten ausgedrückt. Hierbei wird das Arbeitspensum in der Regel zwischen 1.500 – 1.800 Stunden pro Hochschuljahr angesetzt. Ein Credit Point wird für 25 – 30 Stunden Arbeit vergeben. [7]

Tipp: Betreuer finden Bachelorarbeit

Beispiel:

Wenn für eine Klausur 4 ECTS vergeben werden, dann wurde als Arbeitspensum (Vorbereitung/Nachbereitung Vorlesung und Prüfungsvorbereitung) mit 100 – 120 Stunden kalkuliert.

Bachelor-Abschlüsse und -Fächergruppen

Aus dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.10.2013 wurden in der Fassung vom 04.02.2010 die ländergemeinsamen Strukturvorgaben für die Akkreditierung der Bachelorstudiengänge festgelegt. Durch die geringe Anzahl an Bachelor-Abschlüssen soll die Akzeptanz und internationale Zusammenarbeit auf dem Arbeitsmarkt gefördert werden. Für ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium kann nur ein Grad des Abschlusses verliehen werden. Aus dem Beschluss wurden folgende Bezeichnungen für den Bachelor-Abschluss zu den jeweiligen Fächergruppen festgelegt:[5]

FächergruppeBezeichnung Bachelor-Abschluss
Mathematik,
Naturwissenschaften,
Medizin,
Agrar-, Forst- und
Ernährungswissenschaften
Bachelor of Science (B. Sc.)
Kunstwissenschaft,
Sozialwissenschaft,
Sprach- und Kulturwissenschaften,
Sport, Sportwissenschaft
Bachelor of Arts (B. A.)
Wirtschaftswissenschaften Bachelor of Arts (B. A.)
Bachelor of Science (B. Sc.)
Rechtswissenschaften Bachelor of Laws (LL. B.)
IngenieurwissenschaftenBachelor of Science (B. Sc.)
Bachelor of Engineering (B. Eng.)
LehramtBachelor of Education (B. Ed.)
MusikBachelor of Music (B. Mus.)
Freie KunstBachelor of Fine Arts (B. F. A.)
Künstlerisch angewandte Studiengänge,
darstellende Kunst
Bachelor of Arts (B. A.)

Das Statistische Bundesamt gibt Aufschluss über die Verteilung der Studenten nach Fächergruppen in Deutschland. Die populärsten Fächergruppen stellen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften dar. Mit 27 Prozent belegen die Ingenieurswissenschaften den zweiten Platz. Den geringsten Anteil hat die Humanmedizin, dies ist aber eher auf die geringen Studienplätze zurückzuführen als auf zu geringes Interesse bei den Studierenden.[13]

Bildquelle: Statistisches Bundesamt 2018

Bachelorstudium Studierende nach Fächergruppen

Bachelorstudium ohne Abitur

Auch ohne Abitur hast du die Möglichkeit eine Bachelorstudium zu absolvieren. 2009 wurde der Zugang für Nicht-Abiturienten an Hochschulen erleichtert. Es gibt verschiedene Wege zum Bachelorstudium ohne Abitur bei denen du aber auch verschiedene Voraussetzungen erfüllen musst.

Bachelorstudium mit…Erklärung
Meister oder AufstiegsfortbildungMeistertitel, Techniker und Fachwirte sind in den meisten Bundesländern gleichgestellt mit einer Hochschulreife. Es gibt allerdings einige Unterschiede, was die einzelnen Länder noch an Voraussetzungen an die Bewerber haben.
Andere AufstiegsfortbildungenHierbei handelt es sich meist um staatliche Fortbildungen oder IHK-Prüfungen wie bspw. als „Staatlich geprüfter Betriebswirt“.
Berufliche QualifizierungVoraussetzung ist, dass du eine zweijährige Ausbildung absolviert hast und mindestens drei Jahre Berufserfahrung.
Ist das Bachelorstudium eine Fortsetzung deiner beruflichen Laufbahn (Fachtreue) bleibt dir meistens sogar eine Aufnahmeprüfung erspart.

Auch wenn es möglich geworden ist, für Personen ohne Abitur ein Bachelorstudium zu beginnen, haben die einige Hochschulen eine Quote, wie viele Studienanfänger sie ohne Abitur zulassen. Diese liegt zwischen 3 % und 10 % pro Semester.

Anschluss bzw. Folgestudium 

Masterstudium: Das Masterstudium stellt in der Regel das Aufbaustudium an das Bachelorstudium dar. Mit dem erfolgreichen Abschluss bzw. der Bachelor-Graduierung kann das Masterstudium begonnen werden. Das Masterstudium kann auf dem Bachelorstudium aufbauen und so die Durchlässigkeit im Hochschulsystem aufrechterhalten oder sich auf ein anderes Wissensfeld fokussieren. Jedoch können aus Kapazitätsgründen für spezifische Masterstudiengänge Eingangsprüfungen vorhanden sein.[5] 

Interessante Daten und Fakten

Im Sommersemester studierten 2.667.556 Studenten in Deutschland. Davon strebten 746.433 Studienanfänger den Bachelorabschluss an.[8]

StudiengängeAnzahl Studierende in Deutschland zum Sommersemester 2018
Bachelorstudium746.433
Masterstudium353.041
Promotion109.441
Sonstiges1.458.641
Gesamt2.667.556

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Abbildung verdeutlicht die Entwicklung der Anzahl der Studierenden und die zugehörigen Studiengänge Bachelor, Master und übrige Studiengänge im Zeitraum 1999-2015 in Deutschland.[9]

Anzahl Bachelor Studenten zum Wintersemester 2014-2015

Quelle: Statista 2016

Einstiegsgehalt mit Bachelor-Abschluss

Das Einstiegsgehalt mit Bachelor of Arts (B.A.)-Abschluss variiert je nach Studiengang und Berufsfeld. Mit welchem Einstiegsgehalt du nach dem Studium rechnen kannst, siehst du in unserer Gehaltsübersicht.

Einstiegsgehalt nach dem Bachelorstudium

Quellennachweis

1. European Higher Education Area, Bologna Process, abgerufen am 28.01.2016.

2. EUR-Lex, Bologna-Prozess: Schaffung eines Europäischen Hochschulraums, abgerufen am 28.01.2016.

3. Ludwig-Maximilian-Universität München, Hochschulzugangsberechtigung, abgerufen am 28.01.2016.

4. Universität Trier, Bachelor: Voraussetzungen für die Aufnahme eines Studiums, abgerufen am 29.01.2016.

5. Kultusminister-Konferenz, Ländergemeinsame Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen – Beschluss vom 10.10.2003 in der Fassung vom 04.02.2010, abgerufen am 29.01.2016.

6. Duale Hochschule Baden-Württemberg, Informationen für Studieninteressierte, abgerufen am 30.01.2016.

7. Europäische Kommission, Europäisches System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS), abgerufen am 31.03.2016.

8. Statistisches Bundesamt, Studierende an Hochschulen – Fachserie 11 Reihe 4.1 – Sommersemester 2018, abgerufen am 22.05.2019.

9. Statista, Anzahl der Studierenden in Bachelor- und Masterstudiengängen sowie in übrigen Studiengängen von Wintersemester 1999/2000 bis 2014/2015, abgerufen am 03.03.2016.

10. Bundesministerium für Bildung und Forschung, Ausbildung oder Studium? (PDF), abgerufen am 30.01.2016.

11. Hochschulstart-Stiftung für Hochschulzulassung, Zulassungsbeschränkung erkennen, abgerufen am 03.03.2016.

12. Gehaltsvergleich, Bachelor of Arts – Betriebswirtschaftslehre Gehalt bundesweit, abgerufen am 24.05.2016.

13. Bildung, Forschung und Kultur – Hochschulen, Grafiken: Studierende nach Fächergruppen, abgerufen am 22.05.2019

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